Die Verabschiedung von Signums Aramis Die Geschichte eines Workers der ersten Stunde

Working Equitation – innerhalb von nur 10 Jahren wurde diese junge Reitsportdisziplin zur absoluten Trenddisziplin in Deutschland. Die Working Equitation vereint südeuropäische Arbeitsreitweisen in einer neuen Turniersportdisziplin. Die Inhalte stammen aus den Anforderungen der berittenen Rinderhirten in Frankreich, Italien, Spanien oder Portugal in ihrer täglichen Arbeit – heute präsentieren die einzelnen Länder in diesem Sport ihre Traditionen und zeigen ihr Können in den Teildisziplinen Dressur, Stiltrail, Speedtrail und der Rinderarbeit.

In Deutschland zeigt sich die Working Equitation immer größerer Beliebtheit und erobert die Turnierplätze. In den letzten Jahren übertrumpften sich die internationalen Working Equitation Turniere auf der Pferd International von Mal zu Mal. Dort wo sich die Dressur und Springelite trifft, finden nun auch Deutschlands größte Working Equitation Turniere statt. Begonnen hat es mit internationalen Turnieren, gefolgt von dem riesigen Erfolg der Working Equitation Europameisterschaft 2016 und der überragenden Weltmeisterschaft 2018.

Working Equitation auf der Pferd Inter

Signums Aramis Stiltrail

Auch in diesem Jahr fanden hier neben Grand Prix Prüfungen in der Nürnberger Dressur-Arena, dem großen Preis von Bayern auf dem Springplatz erstmals ein Nation Cup der Working Equitation sowie der Master of Speed auf dem berühmten Hufeisenplatz der Pferd International statt. Die 10 schnellsten Reiter des Speedtrails begeisterten das Publikum in einem kurzem Speed-Cup – dem Master of Speed. Sie demonstrierten mit ihren Pferden Teamwork, Speed und Geschick auf höchstem Niveau.

Ein Warmblüter in der Working

Gernot Weber mit Signums Aramis

Wenn man den Begriff Working Equitation hört, denkt man vielleicht erst einmal an iberische Pferde, berittene Rinderhirten und südeuropäische Tracht. Doch wie Signums Aramis beweist ist die Working Equitation offen für alle Pferderassen – so wie in diesem Fall einem Oldenburger. Ein Warmblüter als Worker der ersten Stunde, der unter Gernot Weber (Inhaber von Signum Sattelservice – Hersteller maßgefertigter Sättel für Working Equitation, Freizeit und Dressur) die Working Equitation in Deutschland verbreitet und bekannt gemacht hat. Doch wie kam es dazu?

Wie alles begann...

Signums Aramis Jagdreiten

2005 kreuzten sich Ihre Wege auf kuriose Weise. Eigentlich bei dem Versuch ein Pferd zu verkaufen, hat die potentielle Käuferin Gernot offenbart, sie müsse erst Ihren etwas schwierigen 4-jährigen Oldenburger verkaufen. Kurzentschlossen hat er einen Proberitt gewagt, bei dem Aramis seine Springqualität unter Beweis stellte indem er das Viereck mit einem Sprung verließ und Gernot einen sehr flotten Ausritt durch das anliegende Gelände genossen. Überzeugt von Aramis Charakter hat Gernot kurzerhand sein Verkaufspferd gegen ihn eingetauscht – so beginnt Ihre fantastische Geschichte.

Von der Doma Vaquera zur Working

Signums Aramis Doma Vaquera

Gemeinsam begann ihr Weg – für Gernot war es sein erstes Pferd, das er selbst ausbilden wollte. Bis dahin nannte er vor auf langen Ausritten vor allem Waldwege sein reiterliches zu Hause. Die Neugierde auf die Vielfalt der Reiterei trieb ihn jedoch zu unterschiedlichen Kursen und die spanische Reitkunst hatte es ihm besonders angetan. 2007 startete er auf einem ersten Turnier in der Dressurdisziplin der spanischen Rinderhirten - der Doma Vaquera.Die beiden konnten direkt einen Sieg verbuchen und das machte Lust auf mehr.

Vielseitigkeit ist Programm

Signums Aramis

Gernot Weber war zu der Zeit Mitarbeiter in der Sattelfirma Bentaiga von Stefan Baumgartner, der 2008 die Disziplin Working Equitation in Deutschland etablierte und förderte. Da war der Einstieg vorprogrammiert. Bereits auf dem ersten Turnier 2008 waren Gernot und Aramis ein Team. Seit 2008 ließ Sie die Faszination der Working Equitation bis heute nicht mehr los.

Aber Working Equitation allein war den Beiden nie genug. Quasi nebenbei stellte Gernot Aramis in der Dressur bis zur S vor, im Springen bis zur Klasse M und in der Vielseitigkeit bis zu Klasse L. Vielseitiger geht einfach nicht und das ist auch Ihre größte Stärke.

Wetten, dass...?

Speedtrail Signums Aramis

Regelmäßig hat das Paar für besondere Showeinlagen gesorgt, bei der die beiden nicht selten den Boden unter den Füßen verloren. Gernots Reiterkollege Stefan Schneider sagte einmal, Gernot könnte bei Wetten Dass teilnehmen, weil er jeden Turnierplatz am Geschmack des Sandes erkennen könnte. Sie

Doch die beiden gaben nicht auf. Gemeinsam stellten sie sich immer wieder den Herausforderungen, das Reiterliche Können und die Erfahrungen wuchsen.

Der größte Traum wird wahr - GOLD!

Die harte Arbeit zeigte Früchte - im Laufe der Zeit waren mehr und mehr kleine und große Erfolge zu verbuchen. Dazu gehörten die Mannschafts-Bronzemedaille auf der EM 2008 in Sardinien, die Mannschafts-Bronzemedaille auf der WM 2012 in Lyon,  drei deutsche Vizemeistertitel und ein Meistertitel sowie dutzende Siege in der schweren Klasse auf nationalen und internationalen Turnieren.

Nach viel Schweiß und Tränen gelang ihnen die Saison Ihres Lebens 2017 / 2018. Mit einem Sieg in jeder Einzeldisziplin und dem Gesamtsieg der Pferd International 2017, dem Deutschen Meistertitel 2017 und dann als Krönender Abschluss auf der Weltmeisterschaft 2018 in München Gold Im Team Doppel Weltmeister und Top Five der Weltrangliste.

Mit goldener Schleife verabschiedet

Abschied von Signums Aramis

Auf der Pferd International, wo die beiden ihre größten Siege feierten, sollte er ein letztes Mal auf einem Turnier starten. Nach dem Master of Speed wurde er begleitet von Reitern aller Nationen als eines der erfolgreichsten Pferde der Working Equitation verabschiedet.

In diesem Jahr verabschiedet sich Signums Aramis auf der Höhe seiner sportlichen Leistungen, die er auf der Pferd International noch einmal unter Beweis stellte. Mit dem Gesamtsieg im Nation Cup verabschiedet er sich nach 11 Jahren erfolgreichen Turniersports mit bester Gesundheit aus dem Sport und übergibt das Zepter an die nächste Generation.